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Staat und Religion:

Laizität ein Weg zum besseren Miteinander der Weltanschauungen?

 

Ort: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Seminarraum 314, Carl-Zeiß-Straße 3

Datum: 16. November 2019, 9 – 16 Uhr

Seminarablauf:

 9:00  Begrüßung: 

Dipl.-Ing. Matthias Neff, Philistersenior der KDStV Saarland
Prof. Dr. Norbert Schöndorf, CV-Akademie

Grußworte:

PD Dr. Roland M. Lehmann,  Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität
Dr. Claus-M. Lommer, Vorsitzender im CV-Rat und des AHB-Vorstandes

Wissenschaftliches Programm:
Leitung Prof. Dr. Norbert Schöndorf

9:45      Definition, Intention, Provokation: eine Einführung in das Seminar
(Hans-Günter Pfeifer)

10:00     Staat, Gesellschaft, Religion. Ein schwieriges Verhältnis
(Prof. Dr. Ansgar Hense)

10:45     Kaffeepause

 

11:00     Kirche und Staat in der Sicht des Zweiten Vatikanischen Konzils (Prof. Dr. Stephan Haering)

11:45     Diskussion: Staat und Religion in der multikulturellen Gesellschaft

 

12:15     Pause, Mittagstisch in der Mensa

13:15     Laïcité en France : Staat und Religion bei der Kirche ältester Tochter  (Dr. Arnaud Duranthon)

14:00     Kaffeepause

14:15     „Gesunde Laizität“ –  Ein Potential mit Zukunft? (Prof. Dr. Christoph Ohly)

15:00     Abschlussdiskussion:  

              Laizität: Teufelsbund zum Kirchentod oder Glaubensbrunnen?

Risiken und Chancen für die Gläubigen im laizistischen Staat.

Gast: PD Dr. Roland M. Lehmann  

15:45     Tagesresümee und Schlusswort (Senior der KDStV Saarland Julian Lippert)

16:00     Ende der Veranstaltung

 

 

Referenten und Redner:

Dr. Arnaud Duranthon, Maître de conférences de droit public, Faculté de Droit, Université Strasbourg, Sciences Po Strasbourg

Prof. Dr. Dr. Stephan Haering (Tfs), OSB, Lehrstuhl für Kirchenrecht, insbesondere Verwaltungsrecht
sowie Kirchliche Rechtsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität, München

Prof. Dr. Ansgar Hense (R-P), Direktor des Instituts für Staatskirchenrecht der Diözesen Deutschlands,
Bonn

PD Dr. Roland M. Lehmann, Theologischen Fakultät, Lehrstuhl für Kirchengeschichte, FSU Jena,
Dompfarrer Ev. Kirchengemeinde Naumburg

Prof. Dr. Christoph Ohly, Lehrstuhl für Kirchenrecht, Theologische Fakultät Trier

Julian Lippert, stud. geogr.,  Senior der KDStV Saarland, Jena

Dipl.-Kfm. Hans-Günter Pfeifer (Sld), Bundesbankdirektor a.D., Püttlingen

Prof. Dr. Norbert Schöndorf (Sld), Chefarzt i.R., Saarlouis

 

Konzept:

Zwei Phänomene beschäftigen heute das Glaubensleben in unserer Gesellschaft: der Verlust der gesellschaftlichen Dominanz christlicher Überzeugungen und die Zunahme vor allem muslimischer Denkwelten durch die Migration. Beide haben eigene Ursachen, wirken aber gegenseitig als Verstärker, und sind Ursache vieler Konflikte.

Unser Grundgesetz beruft sich auf den christlichen Gott. Die verfasste Gesellschaft – also der Staat – ist in dieser Form ohne die christlichen Wurzeln nicht denkbar. Die Beziehungen der Kirchen zum Staat sind für die christlichen Konfessionen durch Konkordate und Verträge geregelt. Allerdings sind heute nur noch knapp 55 % der deutschen Bevölkerung Mitglied einer der beiden großen christlichen Religionen, und die Mitgliederzahlen schrumpfen weiter. Nochmals deutlich weniger werden die aktiv Gläubigen in beiden Kirchen geschätzt, nämlich 5 bis 10 %. Der steigende Anteil der Muslime wird ebenfalls bereits mit gut 5 % veranschlagt. Es ist absehbar, wann die größte weltanschauliche Gruppe nicht mehr christlich sein wird.

Seit vier Jahren bewegt uns verstärkt das Thema Migration. Dabei ist das „Problem“ der Zuwanderung im Grunde aber nur der Auslöser, um über die Frage des Zusammenlebens verschiedener Weltanschauungen in einer staatlichen Ordnung nachzudenken.

Kann das bestehende System in Zukunft dieser heterogenen Gesellschaft unseres Staates noch gerecht werden? Kann die öffentliche Ordnung also überhaupt noch auf christlicher Basis gestaltet werden? Wie halten wir es mit dem Verhältnis von Staat und Religion?

Die katholische Kirche hielt bis zum zweiten vatikanischen Konzil an einem Vorrang ihrer geistlichen Autorität gegenüber der Staats- und Gesellschaftsordnung fest. Erst seither anerkennt sie „eine Laizität des öffentlichen Lebens und billigt dem Volk der Gläubigen (und jedem einzelnen Christen) in weltlichen Sachbereichen eine relative Autonomie seiner Zuständigkeit zu“. Sie  akzeptiert, dass das Zusammenleben im Staat von Privilegien öffentlich-rechtlicher Natur zugunsten der Kirche freibleiben muss.[1]

Was bedeutet das für bestehende Gesellschaftsordnungen und ihre möglichen Veränderungen heute? Würde eine striktere Trennung von Kirche und Staat die Religionsgemeinschaften nicht auch freier machen und sie stärker befähigen zu kritischen Fragen deutlicher Profil zu zeigen. Letztlich zielt unsere Kernfrage auf die Spiritualität unseres Glaubens: Welche gesellschaftliche Organisation diente dieser am besten?

[1] vgl: http://www.kathpedia.com/Autorität

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